Landkreis Peine : Partnerschaften LK PE : Kommunale Partnerschaften

Der Landkreis Peine und seine kommunalen Partner

Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der europäische Binnenmarkt mit der einheitlichen Währung, dem Euro, Wirklichkeit geworden. Die europäischen Nationen sind nach den Anfängen, die auf die römischen Verträge vom 25.03.1957 zurückgehen, nun endgültig zusammengewachsen. Wesentlich dazu beigetragen hat auch die zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einsetzende „Perestroika“; d.h. neben den ursprünglichen Staaten, der alten „europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG“, sind inzwischen auch die Staaten des ehemaligen „Ostblocks“ wieder Bestandteil eines vereinigten Europas geworden.

In diesen Prozess haben sich auch der Landkreis Peine und seine Kommunen integriert. Inzwischen bestehen vielfältige Beziehungen zwischen verschiedenen europäischen Partnern, sowohl auf der gemeindliche Ebene als auch auf der Kreisebene.


Heinola/Finnland

HeinolaNach ersten losen Kontakten 1988 ist anlässlich des 150jährigen Bestehens der Stadt Heinola am 04.10.1989 in Heinola die Partnerschaft offiziell geschlossen worden.
Der Landkreis Peine hatte bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Kontakte zu europäischen oder außereuropäischen Kommunen. Obgleich zu dieser Zeit bereits fast alle kreisangehörigen Gemeinden sowie auch zahlreiche kreiseigenen Schulen, für die der Landkreis Schulträger ist, seit Jahren solche Kontakte erfolgreich pflegten.

Auslösender Moment für die Partnerschaft mit der Stadt Heinola war die seit Jahren zwischen Vechelde und der finnischen Gemeinde Valkeakowski bestehende Partnerschaft, die im Laufe der Zeit dort zu zahlreichen intensiven persönlichen Kontakten geführt hat.
Nach ersten informativen Gesprächen in Peine und Heinola ist dann am 04.10.1989 in Heinola und am 23.02.1990 in Peine zwischen der Stadt Heinola und dem Landkreis Peine der

"Vertrag über die Errichtung einer Partnerschaft zwischen der Stadt Heinola (Finnland) und dem Landkreis Peine (Bundesrepublik Deutschland)"

geschlossen worden. Ziel dieser Partnerschaft, die vom Kreistag des Landkreises Peine am 28.09.1989 einstimmig beschlossen wurde, ist es unter anderem, die gegenseitige Kenntnis des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens zu vertiefen und die Interessen und das Wohl der Bürger beider Kommunen zu fördern.
Heinola
Es mag auf den ersten Blick seltsam anmuten, dass ein Landkreis, bestehend aus rund 130000 Einwohnern, eine Partnerschaft mit einer Stadt in einer Größenordnung von nur rund 16500 Einwohnern eingeht. Dazu ist jedoch anzumerken, dass die verwaltungsmäßigen Strukturen in Finnland völlig anders als in Deutschland sind. Es gibt dort keine Landkreise. Nach den Kommunen kommen von der Struktur her die mit Deutschland vergleichbaren ehemaligen Regierungsbezirke.

Die Stadt Heinola liegt rund 135 km nördlich von Helsinki und 35 km nördlich von dem bekannten Wintersportort Lahti. Bevor Heinola die Stadtrechte verliehen wurden, war sie über 70 Jahre die Residenz des Landeshauptmanns und Regierungsbezirks Kümen Kartano als Verwaltungs- und Wohnort.

Heinola bietet all die Qualitäten, die man landläufig mit einer finnischen Stadt verbindet. Kleinflächig, naturnah, leicht von der Hauptstadt Helsinki aus mit Bahn, Bus oder dem Pkw erreichbar. Sie bildet eine in sich gegliederte Kommune auf der Grundlage eines von über 200 Jahren fast quadratisch angelegten Zentrums. Auf einer Fläche von ca. 50 km², zu 1/3 aus Wasser bestehend, leben rund 16500 Einwohner. Die Stadt ist idyllisch am Ufer des Kymiflusses gelegen und war bis zum 2. Weltkrieg Kurort. Noch heute befindet sich in der Stadt ein großes Rheumasanatorium.

Heinola ist auch reich an Kulturdenkmälern. Erwähnt seien hier nur das Stadtmuseum, die Kirche und das Haus des Bezirkspolizeimeisters Aschan. Es gäbe noch viele weitere Sehenswürdigkeiten aufzuzählen aber vielleicht dient dies als Anregung, selbst einen Besuch in Heinola zu planen. Insbesondere in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem 20jährigen Bestehen der Partnerschaft.

HeinolaSeit Bestehen der inzwischen 20jährigen Partnerschaft haben bereits zahlreiche Schülergruppen sowie Jugendliche aus sportlichen und kirchlichen Bereichen die Stadt Heinola besucht. Den vom Kreistag bei Eingehung der Partnerschaft definierten Zielen, gegenseitige Kenntnis des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens zu erlangen und damit zum besseren gegenseitigen Verständnis beizutragen und einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, sind die Bürger von Heinola und dem Landkreis Peine einen großen Schritt näher gekommen. Zur Zeit bestehen aktuelle Bestrebungen zum Aufbau einer Partnerschaft zwischen der IGS Peine-Vöhrum und der Kreismusikschule Peine mit entsprechenden Kooperationspartnern in Heinola.

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Opole/Polen

Am 06.05.2006 hat der Landkreis Peine eine weitere Partnerschaft abgeschlossen und zwar mit dem polnischen Landkreis Opole (Oppeln). Diese Partnerschaft geht auf eine lange Geschichte zurück. Seit 1954 unterhält der Landkreis Peine eine Patenschaft mit dem Heimatverein des ehemaligen Kreises Falkenberg, jetzt Niemodlin, im Kreis Opole gelegen. Nach der politischen Wende ist es im Jahr 1992 in Zusammenarbeit von Landkreis Peine und Heimatverein gelungen, Kontakte mit den politisch Verantwortlichen der Stadt Niemodlin (früher Falkenberg) aufzunehmen. Diese Kontakte mündeten am 14.06.1996 im Abschluss einer Vereinbarung über eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Niemodlin und dem Landkreis Peine.

Im Rahmen eines Besuchs der Partnerstadt im Jahr 2003 haben sich dann erstmals Kontakte mit dem Landkreis Opole ergeben. Hier wurde erörtert, ob und wie man zu einer Kooperation zwischen den beiden Landkreisen kommen könne. Am 10.12.2004 wurde eine „Absichtserklärung über eine freundschaftliche Zusammenarbeit“ beim polnischen Partner in Opole unterzeichnet, dem im Mai 2006 der offizielle Vertrag folgte.

Im Rahmen der Gespräche für die Aufnahme der Partnerschaft zwischen den beiden Kreisen gelang es zudem, dass drei Gemeinden aus dem Kreis Peine mit Gemeinden im Kreis Opole eine partnerschaftliche Verbindung eingingen. Die Gemeinde Vechelde hatte sich dabei bereiterklärt, die bisherige Landkreispartnergemeinde Niemodlin als eigene Partnergemeinde zu übernehmen und eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen.

Während des letzten Besuches einer Delegation aus dem Landkreis Peine in der Zeit vom 21. bis 23.10.2008, in der u. a. auch die Stadt Niemodlin besucht worden ist, haben die dortigen Verantwortlichen angeregt, die Aufhebung der formell noch bestehenden Partnerschaft zwischen der Stadt Niemodlin und dem Landkreis Peine einzuleiten. Das hat die Stadt Niemodlin offiziell mit Schreiben vom 26.01.2009 beantragt.

Da die Kontakte zwischen der Gemeinde Vechelde und der Stadt Niemodlin zwischenzeitlich gefestigt sind, hat der Kreistag des Landkreises Peine in seiner Sitzung am 11.03.2009 beschlossen, die nur noch auf dem Papier existierende Partnerschaft auch formell aufzulösen.

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Nanchang/China

PartnerschaftsunterzeichnungSeit 2007 bestehen diverse Kontakte zwischen der chinesische Stadt Nánchāng, Provinz Jiangxi und dem Landkreis Peine.
Der Kreistag des Landkreises Peine hat in seiner Sitzung am 11.03.2009 einer Partnerschaft mit Nánchāng grundsätzlich zugestimmt und der wito gmbh die operative Durchführung und das Management der Partnerschaft übertragen.
 
Im Rahmen des Besuchs einer Landkreis-Delegation aus Vertretern von Wirtschaft und Politik in Nanchang unterzeichneten Landrat Franz Einhaus und Bürgermeister Xian Hu am 13. Oktober 2009 den Partnerschaftsvertrag. Die Millionenstadt signalisierte dabei Interesse an einer Zusammenarbeit auf allen Ebenen.
Im Frühjahr 2010 wurde erfolgreich ein erster Schüleraustausch zwischen 4 Gymnasien und der Berufsschule aus dem Landkreis Peine sowie der Mittelschule Nr. 3 in Nanchang durchgeführt.

Nanchang liegt im Südosten Chinas und ist die Hauptstadt der Provinz Jiangxi mit 4,508 Millionen Einwohnern im 7.402 km² großen Verwaltungsgebiet, davon 1.934.445 im Stadtgebiet (Stand 1. Januar 2006). Die Stadt liegt zwischen dem Pearl River Delta (Guagdong Region) und dem Yangtse Delta (Greater Shanghai Region) am Südufer des Poyang-Sees. Nanchang gehört zur subtropischen Monsunregion.
Obwohl im chinesischen Hinterland gelegen verfügt die Stadt über eine hervorragende internationale Anbindung: über einen Flughafen, einen Binnenhafen sowie ein Eisenbahn- und Autobahnnetz an der Nord-Süd und Ost-West-Achse Chinas.
Tengwang Pavilion
Das über 2.200 Jahre alte Nanchang ist bekannt als eine Stadt mit Geschichte. Berühmt ist der Tengwang-Pavillon, der während der Tang-Dynastie im Jahre 653 von Prinz Li Yuanying in Auftrag gegeben wurde. Über viele Jahrhunderte hinweg galt das Gebäude als der Höhepunkt der Pavillon-Architektur in China.

Nanchang ist reich an touristischen Sehenswürdigkeiten, darunter 26 natürliche Landschaften. Eine Sehenswürdigkeit der Stadt ist der Stern von Nanchang. Es ist eins der größten Riesenräder der Welt (160 m hoch).

Im 20. Jahrhundert wurde Nanchang für seine revolutionäre Tradition berühmt. Hier führten Zhou Enlai, der spätere Premierminister, und andere Kommunisten, die später in der Volksrepublik hohe Ämter bekleideten, den Aufstand vom 1. August 1927 an. Der 1. August wird seitdem als Gründungstag der Volksbefreiungsarmee gefeiert.

Nanchang zählt zu den „dynamischsten“ Metropolen Chinas, die sich durch die Infrastrukturentwicklung und attraktive Bedingungen für Investoren modernisieren und damit für internationale Entwicklungen öffnen möchten. Nanchang hat weltweit 8 Partnerschaften und verfolgt eine grundlegende Strategie der Internationalisierung und des Erwerbs von interkulturellen Kompetenzen.

Die Stadt ist ein traditionelles Zentrum des Maschinenbaus und der Autoindustrie mit einer namhaften Zahl von - auch deutschen - Zulieferern. Der grösste örtliche chinesische Nutzfahrzeughersteller, JMC, ist ein Joint Venture mit Ford eingegangen. Die Stadtverwaltung führt zudem erhebliche Investitionen in den Umweltschutz durch. So betreiben die Berliner Wasserwerke eine Muster-Kläranlage in einem der großen Industriegebiete Nanchangs und weitere Kläranlagen sind im Bau.

Nanchang1991 wurde die staatlich geförderte High-Tech Entwicklungszone gegründet, in der sich mittlerweile rund 900 Unternehmen davon ca. 200 Ausländische angesiedelt haben. 2007 wurde der European Business Park, der mit seinen Räumlichkeiten, Produktionshallen und Servicedienstleistungen kleinen und mittleren Unternehmen aus Europa und speziell Deutschland offensteht, gegründet.

Nanchang ist auch Universitätsstandort mit einer breiten Palette von Studien- und Forschungsbereichen. Ein qualifiziertes und günstiges Arbeitskräftepotential sind auch ein Standortvorteil für Nanchang.

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Intention aller Partnerschaften soll eine Verständigung auf ganz persönlicher Ebene sein. Getragen vom Gedanken der Völkerverständigung und der Überwindung einer vom deutschen Boden ausgegangenen leidvollen Vergangenheit sollen vor allem die Bürgerinnen und Bürger verständnisvoll aufeinander zugehen.

Die bestehenden Partnerschaften sind inzwischen geprägt durch intensive Beziehungen zwischen Schülern und Jugendlichen, durch Austausch von Sportlern und offiziellen Delegationen. Als nächster Schritt ist insbesondere zwischen Peine und Heinola der Austausch zwischen den beiden Musikschulen geplant. Als Ausblick sei angemerkt, dass für die Zukunft ein Einstieg im touristischen Bereich und im kulturellen Bereich zwischen den Partnern geplant ist. Erste Kontakte sind bereits geknüpft, um dadurch auch individuell Reisen in die jeweiligen Partnerkommunen zu ermöglichen.

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