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Landkreis Peine
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01.11.2018

Ausstellungseröffnung: Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus

Im Kreismuseum Peine wurde jetzt in Kooperation mit der Braunschweigischen Landschaft e.V. die Ausstellung „Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus“ eröffnet. Anhand von Einzelgeschichten wird auf 32 Tafeln zu Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Infrastruktur ein Bild der Region im Nationalsozialismus gezeichnet, das mit vier weiteren Tafeln um einen Fokus auf Peine erweitert wurde. Das Stadtarchiv Peine hat hierzu außerdem vier historische Fotos zur Verfügung gestellt, die als großformatige Wandbilder einen Blick auf Peine im Nationalsozialismus eröffnen.

Francisco Vogel, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kreismuseums, begrüßte die rund 130 Gäste im großen Ausstellungsraum.

„Nationalsozialismus gab es selbstverständlich nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Es wäre daher wünschenswert, wenn die kreisangehörigen Gemeinden diese Zeit ebenfalls geschichtlich aufarbeiten und deren Wirkungsweise hinterfragen würden. Ich werde bei der Kreispolitik sowie der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der kreisangehörigen Gemeinden um eine entsprechende Unterstützung werben“, hob Landrat Franz Einhaus in seinem Grußwort hervor.

Harald Schraepler dankte als Sprecher der Arbeitsgruppe der Heimatpfleger und Vorsitzender des Beirates der Braunschweigischen Landschaft e.V. allen Ehrenamtlichen, die an der Erstellung der Tafeln mitgewirkt haben. Einen besonderen Dank richtete er an Dr. Jens Binner von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Rolf Ahlers, Heimatpfleger der Gemeinde Wendeburg, für die Texte zu den Tafeln mit Peiner Bezug.

„In der über 800jährigen Geschichte des Braunschweigischen Landes ist die Zeit des Nationalsozialismus zwar nur ein kurzer, aber ein - wie für das ganze Land und die Welt - einschneidender und folgenreicher Abschnitt“, erklärte Schraepler.

Dr. Binner mahnte in seinem Vortrag, die gesellschaftliche Verantwortung für den Nationalsozialismus zu erkennen und ernst zu nehmen.

„Zu häufig wird der Nationalsozialismus noch als Regimeverbrechen einer kleinen Clique um Adolf Hitler dargestellt. Dabei hat erst die freiwillige Unterstützung seitens der traditionellen Eliten dafür gesorgt, dass der Nationalsozialismus sich dauerhaft durchsetzen konnte. In Peine gab es etwa bereits zur Zeit der Weimarer Republik Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien und der NSDAP, um eine Mehrheit gegenüber den Arbeiterparteien zu bilden. Erst wenn man diese gesellschaftliche Verantwortung in der Vergangenheit akzeptiert, kann man sie für die Gegenwart wahrnehmen“, erläuterte Dr. Binner.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. November dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr im Kreismuseum zu sehen.

Autor/in: Katja Schröder
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