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Landkreis Peine
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05.03.2018

Verkehrssicherheit: Landkreis legt Ergebnis von Geschwindigkeitsmessungen vor

Rund 1,6 Millionen Euro mussten Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr an den Landkreis Peine zahlen, weil sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten. Fast jeweils genau die Hälfte der Beträge entfielen dabei auf die Messungen an der Autobahn (787.890 Euro) sowie die stationären und mobilen Messungen im Kreisgebiet (818.077 Euro).  

Die Anzahl der Delikte hingegen weist deutlich auf die durchschnittliche „Qualität“ der Verstöße hin: Während es auf den Straßen im Kreisgebiet mehr als 30.000 Übertretungen gab, waren es auf der Autobahn lediglich knapp 16.000 Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder.

Die Summe der Erträge im Vergleich zum Vorjahr ist rückläufig – in 2016 wurden noch rund zwei Millionen Euro fällig. Im Wesentlichen ist dieser Rückgang auf eingeschränkte Messtätigkeiten infolge von Fahrbahnsanierungen sowohl auf der Autobahn als auch im Kreisgebiet zurückzuführen.

Bei den erwähnten Beträgen handelt  es sich um die reinen Einnahmen, die nicht von dem hierfür erforderlichen Personal- und Verwaltungsaufwand bereinigt wurden. Diese Posten sind vielfältig und betreffen unterschiedlichste Bereiche der Kreisverwaltung.

Überschüsse aus der Geschwindigkeitsüberwachung flossen, wie in den vergangenen Jahren auch, überwiegend in die schulische und vorschulische Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen. Finanziert wurden unter anderem Moderatoren für einen Fahrsimulator, einen Gurtschlitten, ein Reaktionstestgerät, einen Aufprallsimulator und einen Überschlagssimulator, die Miete der genannten Geräte, die Mobilitätserziehung in den Schulen und ein Fahrsicherheitstraining für Kinder und junge Fahrer in den Schulen.

Geschwindigkeitskontrollen sind häufig Auslöser kontroverser Diskussionen. Fast schon reflexartig fallen bei Diskussionen rund um die Messungen Begriffe wie „Abzocke“ und „Schikane“.

Dem Landkreis geht es aber keineswegs darum, „Kopfprämien“ zu kassieren. Wir möchten vielmehr durch die Geschwindigkeitsüberwachung jedem Verkehrsteilnehmer zu seinem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit verhelfen.

Nach Meinung der meisten Verkehrssicherheitsexperten müsste Überwachung sogar deutlich häufiger angewendet werden, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Überwachung dient dem Schutz aller, denn gegenseitige Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, Regeln einzuhalten, sind Voraussetzung für eine sichere Verkehrsteilnahme.

Die gesellschaftliche Kernaufgabe, unsere Verkehrssicherheit zu erhöhen, hat nichts an Aktualität und Bedeutung verloren. Wissenschaftlich belegt ist dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat zufolge, dass eine Abnahme der durchschnittlichen Geschwindigkeit von fünf Prozent eine Verringerung der Unfälle mit Verletzten um ungefähr zehn Prozent und eine Verringerung der Unfälle mit Getöteten um 20 Prozent zur Folge hat. Jedem Kraftfahrer sollte deshalb bewusst sein: Es gibt kein Recht auf zu schnelles Fahren und Geschwindigkeitskontrollen machen unsere Straßen nachweislich sicherer. Verkehrsüberwachung nützt allen Menschen, die sich im Verkehrsraum bewegen und ist deshalb prinzipiell an ausgewiesenen Unfallschwerpunkten und potenziell gefährlichen Orten sinnvoll.

 

Autor/in: Henrik Kühn
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