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Vorlage - 2012/078  

Betreff: Regionales Übergangsmanagment: Übergang Schule - Beruf/Berufsorientierung
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage
Federführend:Fachdienst Jugendamt Bearbeiter/-in: Sorge, Annett
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss
10.07.2012 
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Hintergrund:

 

Hintergrund:

 

Im Landkreis Peine führt die Vielzahl an Aktivitäten und Akteuren im Bereich der Berufsorientierung an den allgemein bildenden Schulen zur Unübersichtlichkeit und Intransparenz.

 

Waren noch in der Vergangenheit ausschließlich klassische Schulsozialarbeiter/innen an den allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Peine- insbesondere an den Hauptschulen aktiv, wurden in der Zeit zwischen 2004 – 2006 diese mit Schulsozialarbeiter/innen im Rahmen der Richtlinie des Kultusministeriums (MK)  „Profilierung der Hauptschulen“ ergänzt. Das Land Niedersachsen gewährt im Rahmen dieser Richtlinie Zuwendungen unter folgenden Voraussetzungen: „Diese Angebote, die i.d.R. von sozialpädagogischen Fachkräften unterbreitet werden, unterstützen die Schülerinnen und Schüler gezielt bei Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsbildung“, damit „..die Schülerinnen und Schüler den Anforderungen und Erwartungen der Berufs- und Arbeitswelt gewachsen sind“.

 

Ab 2007 und 2008 wurde an den allgemein bildenden Schulen durch die Mitarbeiter/innen der „Kompetenzagentur“ und des Projektes „Schulverweigerung – die 2. Chance“ des Caritasverbandes Peine die sozialpädagogische Unterstützung an den allgemeinbildenden Schulen mit der Zielsetzung der Integration in die Berufswelt durch verschiedene Methoden im Rahmen von Berufsorientierung ergänzt.

 

Darüber hinaus sind in Trägerschaft der Oskar Kämmer Schule seit 2009 „Berufseinstiegsbegleiter/innen“ an verschiedenen Schulen im Landkreis Peine aktiv. Förderfähig sind hier Maßnahmen, die „...individuelle Begleitung und Unterstützung förderungsbedürftiger junger Menschen durch Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter, um die Eingliederung der jungen Menschen in eine Berufsausbildung zu erreichen. Unterstützt werden sollen insbesondere das Erreichen des Abschlusses einer allgemeinbildenden Schule, die Berufsorientierung und -wahl, die Suche nach einer Ausbildungsstelle und die Stabilisierung des Berufsausbildungsverhältnisses“.

 

Seit 2010 wird die Kompetenzagentur im Wesentlichen durch den Landkreis über Mittel des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) finanziert, und bietet insbesondere an den Förderschulen (Pestalozzischule, Januz-Korczak-Schule) verschiedene Maßnahmen zur Berufsorientierung an. Ferner werden über das BuT eine Stelle an der Astrid-Lindgren-Schule, eine an der BBS Vöhrum sowie drei Stellen im Grundschulbereich (zwei in Peine, eine in Lengede) und das Case Management der Kreisvolkshochschule finanziert. Außerdem bieten die Fachlehrer/innen „AWT“ (Arbeit-Wirtschaft-Technik) Berufsorientierung im Rahmen des Fachunterrichtes an.

 

Mit Erlass von Dezember 2011 des MK zur Berufsorientierung wurden an den Hauptschulen berufsorientierende und berufsbildende Maßnahmen um 20 Schultage auf 80 erhöht.

 

Die Komplexität der Angebotsstruktur, sowie die Vielzahl der unterschiedlichen Rechtssysteme, innerhalb derer Berufsorientierung angeboten wird, führt zu einer Unübersichtlichkeit in diesem Bereich und lässt den Schluss von Parallelstrukturen an einigen Schulen zu.

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Die quantitative Erweiterung von Akteuren und deren Angebote im Bereich der Berufsorientierung hat nicht unmittelbar zur Folge, dass diese qualitativen Standards entsprechen und effektiv am Übergang von Schule in den Beruf wirken. Denn:

Weiterhin verweilen zu viele Jugendliche im Übergangssystem in Warteschleifen, wodurch vermeidbare Kosten entstehen. Eine Verbleibsbefragung  im Schuljahr 2010/2011 durch das Jugendamt Peine an den allgemein bildenden Schulen im Landkreis Peine hat ergeben, dass einige Schulen nur bedingt Kenntnisse über den Verbleib der Schüler/innen aus den Abgangsklassen haben, und ein zu geringer Anteil der Abgangsschüler/innen direkt in eine Ausbildung mündet.

 

Vor diesem Hintergrund wurde im Januar 2011 durch die Fachbereichsleitung III ein Arbeitskreis (Steuerungsgruppe) initiiert, mit dem Titel: Ziele kommunaler Arbeitsmarktpolitik im Landkreis Peine; Übergang Schule - Beruf.

 

Dieser Arbeitskreis besteht aus folgenden Teilnehmer/innen: Landkreis Peine, Fachbereichsleitung III, Schulleiterin der BBS Peine-Vöhrum, Geschäftsführung A+B, Geschäftsführung wito, Referat für Kreisentwicklung und strategische Steuerung, Fachdienstleitung Schule, Fachdienstleitung Jugendamt, Dezernentin Landesschulbehörde, Fachdienstleitung Jobcenter, Bildungsbüro Peine.

 

Innerhalb dieser Arbeitsgruppe wurden folgende Ziele für den Landkreis Peine formuliert:

 

  • Transparenz
  • Planungs- und Strukturdaten
  • Dokumentation/Standards/Evaluation
  • Aufbau einer Arbeitsstruktur/ -verfahren

 

Weiterhin soll

 

      Jede/r Schüler/in einen Abschluss erzielen,

      ein Programm zur Berufsorientierung an allen Schulen vorhanden sein

      die BBS gestärkt werden

      der Fachkräftenachwuchs für Betriebe gesichert werden

 

Die Gestaltung und der Aufbau eines effizienten Übergangssystems im Bereich der Berufsorientierung vollzieht sich als längerfristiger Prozess. Der längerfristige Prozess ist insbesondere darin begründet, dass eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Sichtweisen und Professionen aus verschiedenen Rechtskreisen, zum Teil unabgestimmt, an dieser Schnittstelle agieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aktueller Stand zur Realisierung des Ziels „Aufbau einer Arbeitsstruktur“:

 

Durch die Fachstelle der Jugendberufshilfe des Jugendamtes wurde nach Absprache mit der FBL III die Mitglieder des Projektteams „Regionales Übergangsmanagement: Übergang Schule – Beruf/Berufsorientierung“ rekrutiert. Das Projektteam besteht aus folgenden Institutionen, die sich aus der Leitungsebene sowie der Fachebene zusammensetzt:

 

-          Arbeitsagentur: Abteilungsleitung Berufsberatung

-          Fachberatung und Fachkoordination der Hauptschule für Berufsorientierung (FBBO)

-          BBS Peine-Vöhrum, Koordinator Berufsberatung

-          Oskar Kämmer Schule, Berufseinstiegsbegleitung, Standortleitung

-          Profilierung der Hauptschulen, Koordinatorin

-          Schulsozialarbeiter, Koordinator

-          Schulsozialarbeiter über das „Bildungs- und Teilhabepaket“ (BuT): Kompetenzagentur, Caritasverband, Projektleitung

-          Förderschule, Pestalozzischule Peine, Schulleitung

-          Hauptschule Edemissen, Schulleitung

-          Pro Aktiv Center, Projektleitung

-          Landkreis Peine, FD Schule, Kultur und Sport

-          Landkreis Peine, Bildungsbüro

-          Landkreis Peine, Jugendhilfeplanung

-          Landkreis Peine, FD Jugendamt, Fachstelle Jugendberufshilfe

 

Das Projektteam setzt sich jeweils zur Hälfte aus männlichen und weiblichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen.

 

Ein erstes Arbeitstreffen ist für Mittwoch, den 18.07.12 vorgesehen, um die strategischen Ziele aus der Arbeitsgruppe zu konkretisieren und die Arbeitsinhalte auf der operationalen Ebene zu kommunizieren.

 

Ziel ist in dem Projektteam auf der operationalen Ebene Standards unter Berücksichtigung individueller Angebote an den allgemein bildenden Schulen im Bereich der Berufsorientierung zu realisieren. Darüber hinaus soll Transparenz bei den Angeboten zur Berufsorientierung hergestellt und schließlich sollen Optimierungsprozesse im Bereich der Berufsorientierung an den allgemeinbildenden- und berufsbildenden Schulen eingeleitet und gesteuert werden.

 

 

Gender-Check: