Informationsvorlage - 2025/120
Grunddaten
- Betreff:
-
Produktbericht für das Budget des Jugendamtes - Jahresabschluss 2024
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Informationsvorlage
- Federführend:
- Fachdienst Jugendamt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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02.09.2025
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Sachverhalt
Für das Haushaltsjahr 2024 wurden alle Buchungen abschließend vorgenommen.
Im Gesamthaushalt 2024 wurde ein jahresbezogenes Defizit von 23.290.000 € geplant.
Gegenüber der Planung ergibt sich eine Verbesserung in Höhe von 5.300.519 €, so dass
ein negatives Jahresergebnis von 17.989.481 € zu verzeichnen ist.
Im FD 34 „Jugendamt“ liegt die Budgetüberschreitung bei 5.210.271 €. Die Abweichung vom Planbudget (53.913.900 €) beträgt damit fast 10 % und führt zu nicht unerheblichen Mehrkosten. Die Produktziele werden fast überall erreicht.
Produkt 3410 (Unterhaltsvorschuss):
Die Budgetüberschreitung liegt hier bei 145.164 € und hat folgenden Hintergrund: Zum 01.01.2024 ist der Mindestunterhalt gemäß BGB um 10 % und damit
überdurchschnittlich stark gestiegen. Gleichzeitig sind die Selbstbehalte (vgl. "Düsseldorfer Tabelle") gestiegen. Diese Effekte werden aber dadurch abgemildert, dass der größte Teil durch das Land erstattet wird.
Produkt 3631 (Jugendsozialarbeit / Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz):
Die Finanzlage ist hier überwiegend durch Zuschüsse für die Jugendberufshilfe geprägt und ist in 2024 insgesamt mit einer Budgetverbesserung von 115.354 € stabil.
Hauptgrund für die Verbesserung ist die Auflösung einer Rückstellung für das Programm "Jugend stärken im Quartier"; die damals befürchtete hohe Rückforderung einer Zuwendung durch den ESF fand nicht statt.
Die Stelle "Jugendschutz" ist zum 01.04.2024 wiederbesetzt worden, die Maßnahmen brauchen jedoch eine gewisse Vorlaufzeit. Das Ziel "Anzahl Maßnahmen Jugendschutz"
wurde daher nicht erreicht.
Produkte 3610 und 3651 (KiTa / Kindertagespflege):
Es wurden bisher 153 KiTa-Plätze mehr geschaffen als bei der vor einem Jahr erstellten Planung angenommen, was zu einem um rund 460.000 € höheren Zuschussvolumen an die Gemeinden führte. Das laut Bericht 30.06. erwartete Gesamtdefizit für Produkt 3651 wird aber durch folgendem Umstand überlagert: 900.000 € Landesmittel aus der "Richtlinie Qualität KiTa" werden erst nach und nach in 2025 an die Gemeinden weitergeleitet.
Die Schadensersatzzahlungen wegen fehlender KiTa-Plätze fielen dagegen um rund 400.000 € niedriger aus als geplant. Außerdem fielen die Kostenbeiträge und Landeszuwendungen für den Bereich Tagespflege 300.000 € höher als geplant aus. Für das Budget 3610 wird daher eine relativ hohe Planunterschreitung ausgewiesen.
Produkte 3633 (Hilfe zur Erziehung) und 3634 (Eingliederungshilfe / Hilfe für junge
Volljährige / Inobhutnahme):
Die deutliche finanzielle Verschlechterung von 2.247.978 € im Produkt 3633 und 4.816.304 € im Produkt 3634 gegenüber dem Plan ist auf die Entgelterhöhungen bei verschiedenen Hilfearten zurückzuführen.
Hauptsächlich betroffen sind Heimerziehung für Minderjährige und Volljährige (+ 4,2 Mio. €), Eingliederungshilfe für Minderjährige und Volljährige (+ 1,4 Mio. €) und Inobhutnahmen (+ 2,1 Mio. €). Die Kapazitäten der Jugendhilfeanbieter stoßen schon seit längerem an Grenzen. Durch Nachfrageüberhang und höhere Entgelte, die durch Vorgaben des Landes und steigende Kosten durch die Anbieter vereinnahmt werden müssen, erhöhen sich die Gesamtkosten in der Praxis deutlich.
In den Mehraufwendungen für Inobhutnahmen sind auch rund 900.000 € für UMA enthalten, die keinen Einzelfällen zugeordnet werden können (zur UMA-Fallzahlsteigerung vgl. auch Produktbericht 30.06.). Dafür sind in 2024 keine Mehrerträge zu verzeichnen, zukünftig ist die Kostenerstattung durch das Land fraglich.
Die Mindererträge bei den Kostenbeiträgen der Eltern für alle Hilfen fielen 2024 nicht so
hoch aus wie angenommen. Krankheitsbedingte Stellenvakanzen in der WJH werden sich voraussichtlich erst 2025 stärker bemerkbar machen.
Produkte 3635, 3636 und 3675 / Personalaufwendungen:
Insgesamt betrachtet fielen die Personalaufwendungen für den FD 34 etwas geringer als geplant aus (vgl. dazu Anlage "Produktbericht einzeln"). Ursächlich hierfür sind etliche Stellenvakanzen, vor allem im ASD.
Das führt auch zu den in der Anlage "Produktbericht gesamt" ausgewiesenen positiven
Budgetabweichungen bei den Produkten 3635 (u.a. Stellenvakanzen Beistandschaft)
und 3636 (u.a. Vakanz Controlling).
Die negative Abweichung bei Produkt 3675 in Höhe von 86.782 € (Erziehungsberatungs-stelle) rührt daher, dass die Kosten für die Sachgebietsleitung irrtümlich nicht in diesem Produkt angesetzt waren (die Stelle war zur Zeit der Haushaltsplanung vor einem Jahr unbesetzt, durch Nachbesetzung sind die Personalaufwendungen aber 2024 angefallen).
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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72,7 kB
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2
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(wie Dokument)
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128,7 kB
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